Das Zuchtziel


Möpse der 60er Jahre und davor waren sportlicher, etwas größer, langbeiniger und dadurch agiler, als die meisten aktuellen Vertreter ihrer Rasse.

Ihr Fang war deutlich nach vorn verlagert, wenn auch stumpf (ähnlich dem des Boxers).

Nasenbein- und Oberkieferbein, die wichtigen Knochen der Schnauzenpartie des Hundes, waren ausreichend ausgeprägt um eine gesunde Atmung zu ermöglichen, der Kopf war insgesamt groß genug um allen wichtigen Atmungsorganen im Hals- und Rachenbereich genügend Platz zu bieten.

Auch die Augen des Mopses waren zwar schon immer sehr ausdrucksstark, doch eher mandelförmig als rund und nicht hervorstehend, wie dies ja heute oft der Fall ist.

Damit waren sie natürlich wesentlich weniger verletzungsanfällig.

Von der gesamten Statur her waren die Möpse damals etwas größer als heute und der Körperbau kam seiner Spiel- und Bewegungsfreude durch etwas längere Beine und durch eine etwas schlankere Figur entgegen.

Leider wurde dieser Typ des sportlichen Mopses verdrängt.

Durch die Beliebtheit des Mopses passten sich die Züchter in ihrem Bemühen, der veränderten Nachfrage nach möglichst kleinen, niedlichen Knautschgesichtern an.

Gefragt war ein Hund mit möglichst platten Gesicht, niedlichen großen Kulleraugen, der aufgrund seiner geringen Größe überall mit hingenommen werden konnte.

So wurde auf diesen kleinen, kompakteren und rundköpfigen Typ des Mopses hin gezüchtet, was seiner durchschnittlichen Gesundheit auf die Dauer jedoch sehr schadete.

Durch Aussortierung in der Zucht verkleinerte man die Tiere im Schnitt immer mehr, Nasenbein und Oberkieferbein des Schädels verkürzten sich, der gesamte Fang wurde stumpfer, der Kopf immer rundlicher, die Augen immer größer.

Bedingt durch diese anatomische Veränderung traten nun vermehrt spezielle gesundheitliche Probleme bei den Hunden auf. Der verkleinerte Kopf und Fang bot für die leider nicht kleiner gewordenen Weich- und Knorpelteile im Hals- und Rachenbereich oft nicht genug Platz.

Gaumensegel, die im Verhältnis zur Größe des Rachenraumens einfach noch zu groß waren, führten im harmlosesten Fall zu einem dauernden Schnarchgeräusch und Atemproblemen bei Hitze oder Anstrengung und im schlimmsten Fall zu Erstickungsanfällen.

Viele Probleme durch geringe Größe, übertriebene Gesichtsfalten, etc. verstärkten sich in der Mopszucht.

Mittlerweile gibt es einige Züchter die sich dieser Aufgabe widmen und es gibt auch schon erste züchterische Erfolge zu verzeichnen.

Ich will hier noch einmal ausdrücklich betonen, dass es sich um eine Zuchtbemühung handelt, die vermutlich über Jahre hinweg fortgesetzt werden muss, um die Linie wieder genetisch zu verfestigen. Nur durch geeignete Zuchthunde wird dies zu erreichen sein. Man verzeichnet heute schon sehr gute Erfolge. Jedoch ist dies ein Zuchtziel, das heißt, wir sind auf dem besten Weg, aber wir sind noch nicht angekommen. Der Großteil meiner Nachzucht weist die gewünschten Merkmale auf. Lange Jahre war das Zuchtziel, den Fang so kurz wie möglich zu bekommen, dies kann man nicht in 3 oder 4 Jahren wieder vollkommen umdrehen. Dennoch bin ich auf dem richtigen Weg um an ein, für unseren Mops, gesundes Ziel zu gelangen. Als Interessent können Sie gewiss sein, dass auch die Welpen mit der größten Rücksichtnahme auf die Gesundheit, gezüchtet wurden!

Mein Zuchtziel besteht darin, dem Mops von heute wieder etwas mehr Nase zu geben.
 

 


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